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Auszeichnung für Neubau BBB Bruggerstrasse

BBB Bruggerstrasse

BBB Bruggerstrasse


Das neue Schulhaus Bruggerstrasse der Burkard Meyer Architekten in Baden ist mit dem Nachhaltigkeitspreis "Umsicht" des Schweizer Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) ausgezeichnet worden. Die interdisziplinär zusammengesetzte Jury würdigte nebst der architektonischen Gestaltung den neuartigen, einfach konzipierten Bautypus, der sich rationell erstellen liess und einen kostengünstigen Betrieb (Minergie-Standard) gewährleistet.

Mit der Ausschreibung "Umsicht - Regards - Sguardi" ging der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) auf die Suche nach nachhaltigen Arbeiten, die eine exemplarische oder auch unerwartete und kreative Auseinandersetzung mit der Mit- und Umwelt vorschlagen.

Schulhaus BBB Bruggerstrasse

Schulhaus BBB Bruggerstrasse

Der Neubau BBB Bruggerstrasse wurde dabei als eines von drei Hochbauprojekten ausgezeichnet. Total wurden zehn Arbeiten aus den Bereichen Umwelt, Technik, Ingenieurwesen und Architektur ausgezeichent oder erhielten eine Anerkennung. Der SIA schreibt in seiner Medieninformation weiter, dass das Entwicklungsziel Nachhaltigkeit in erster Linie mit einem hellsichtigen Problembewusstsein und einer zielorientierten Gestaltungskraft zu erreichen sei. Die ausgezeichneten Arbeiten wurden erstmals an der Swissbau 07 in Basel gezeigt. Anschliessend waren die ausgezeichneten Arbeiten im Hauptgebäude der ETH Zürich ausgestellt und gehen nun weiter an die Berner Fachhochschule BFH in Burgdorf und an das Architrekturforum f’ar der EPF in Lausanne. Weitere Ausstellungsorte sind in Planung. So soll die Ausstellung auch in München, Berlin und sogar in China gezeigt werden. Weitere Informationen: www.baden.ch , Energiestadt, Neubau BBB Bruggerstrasse



Aargauer Zeitung vom 27. März 2007 / Roman Huber


Das übliche Schema umgekehrt

Es ist nicht allein die Architektur des modernen Bauwerks an dieser exponierten Stelle in Baden Nord, welche die aus namhaften Fachleuten zusammengesetzte Jury zu überzeugen. Der neuartige Bautypus besticht ebenso durch Einfachheit und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Er liess sich auf rationelle Weise innert kurzer Zeit erstellen und lässt einen langfristig kostengünstigen Betrieb erwarten.

Ökologische Verantwortung
Das Schulhaus Bruggerstrasse war eines der sieben Projekte, die aus 60 Eingaben aus der ganzen Schweiz juriert wurden. Dabei handelte es sich primär um Bauwerke, aber auch Entwicklungs- und Planungsinstrumente. Beurteilt wurden sie unter den Gesichtspunkten Neuartigkeit und Zukunftsfähigkeit, Zusammenarbeit von verschiedenen Fachdisziplinen, ökologische Verantwortung, langfristige Wirtschaftlichkeit, gesellschaftliche Wirkung und ästhetische Qualität. Das Schulhaus Bruggerstrasse war aus dem Wettbewerb für das Berufsbildungszentrum hervorgegangene. Es kehrt das übliche Schema eines solchen Baus völlig um: Die Zimmer liegen nicht aussen und die Gänge innen. Die Architekten legten den energetischen Raster über den betrieblichen, woraus ein neuartiges Konzept resultierte: Die aussen liegenden Gänge dienen nicht nur der Erschliessung, sondern auch als Wärme- und Kältepuffer im Sommer beziehungsweise im Winter sowie als Abluftkanal. Die Tragstruktur des Hauses ist in Stützen aufgelöst, womit eine hohe Flexibilität gewährleistet ist. Das gilt sowohl bei der heutigen Verwendung als Schulhaus als auch, langfristig gedacht, bei einer allfällig veränderten Nutzung.

Rationelle Bauweise
Die inneren Wände sind verglast, lassen sich aber mit Lamellenstoren blickdicht machen. Dank seinem Grundkonzept kommt das Gebäude mit kurzen Leitungsführungen und vergleichsweise einfachen haustechnischen Anlagen aus. Das wirkt sich auf Erstellungs- und Betriebskosten positiv aus. Die Jury würdigte die architektonische Gestaltung auch in Bezug auf den raschen und rationellen Bauvorgang. Dieser erfolgte mit vorfabrizierten Elementen in nur 20 Monaten. Ausserdem verspricht die Wahl des Materials einen geringen Wartungsaufwand. Als selbstverständlich gilt, dass punkto Energieverbrauch das Minergie-Label erreicht ist. An der integralen Projektierung des Berufsschulhauses Bruggerstrasse waren unter der Gesamtleitung von Burkard Meyer Architekten Baden auch Waldhauser Haustechnik Basel, Herzog Kull Group Aarau und die Fassadenbauspezialisten Mebatech aus Baden beteiligt.

Schauobjekt der Architektur
"Das Schulhaus Bruggerstrasse lockte in den letzten Monaten zahlreiche Besucher an", berichtet Rektor Siegrist. "Diese staunen über den selbstverständlichen Umgang der Nutzer mit der Transparenz. Den neugierigen Blicken offenbart sich eine intensive neue Lehr- und Lernatmosphäre. Lehrpersonen und Berufslernende sind begeistert über die zusätzlichen technologischen Lehr- und Lernmittel und wissen es zu schätzen, dass sie Teil einer nicht alltäglichen Schulanlage sind."

Ein ausgeklügeltes System, das zeitgemässes Unterrichten ermöglicht.
Das Konzept, das beim Berufsschul-Neubau verfolgt wurde, ist auch eng verknüpft mit zeitgemässen Unterrichtsformen, wie sie an der Berufsfachschule Baden konsequent angewandt werden. Ebenso erfüllt die Bauweise die Anforderungen des Brandschutzes und des Lärmschutzes. So sind zwischen Betonstützen Glaswände eingeklemmt, welche die laborähnlichen Unterrichtsräume begrenzen. Diese sind innerhalb der Erschliessungszone positioniert und lassen das Gebäude als gläsernen Schrein wirken. Im Korridor bzw. in der Erschliessungszone können je nach Jahreszeit die Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad schwanken. Eine mechanische Luftkonvektion über den Gebäudestirnen unterstützt das ausgeklügelte System mit Stosslüftung und Nachtauskühlung im Sommer.



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