Stadt Baden
Informationen ber das Berufsbildungszentrum Baden Nord.


Ausgewähltes Projekt von Claudia Walter:
"Nr. 1485 – Selbstbewusst und tatkräftig in die Zukunft"


Ausgangslage
Im Norden der Stadt entstand mit der Ansiedlung von «Brown, Boveri & Cie» eine konzipierte Anordnung von Industriegebäuden, die ihre natürliche Begrenzung mit dem Martinsberg fand. Stand das ehemalige Werkschulgebäude Nr. 1485 einst allein, wurde das Bauland später davor dicht ausgenutzt.

Mit der einstigen Pionierrolle einer fundierten Berufsausbildung betraut, übernimmt das Gebäude auch zukünftig eine wichtige Grundfunktion für die berufliche Gestaltung und die persönliche Lebensschulung. Die Nähe zur Arbeitswelt im nutzungsdurchmischten Areal zeigt Perspektiven der Zusammenarbeit und Offenheit.

Das Gebäude Nr. 1485 vermittelt einen etwas abweisenden Eindruck. Die unklare Raumstruktur durch Umbauten und die eintönige, unbunte Oberflächenfarbigkeit bietet wenig Orientierungspunkte für den Besucher, der sein Ziel in der Berufsberatung oder -bildung möglichst unkompliziert finden soll. Das Gebäude spricht eine nüchterne Sprache, die nicht dem heutigen Zeitgeist und der neuen Nutzung entspricht. Lichtqualitäten und Ausblicke im Gebäude zeichnen die Stimmung in den einzelnen Stockwerken unterschiedlich aus. Die Helligkeit und Sichtweite nimmt bis zum Dachgeschoss zu und die Räume wirken damit grosszügiger.

Der Eingangsbereich zeigt noch alte Gestaltungsqualitäten. Das mit Glas abgeschlossene, karge Treppenhaus animiert wenig zur Benutzung, bietet aber Ausblicke auf den Aussenraum hinter dem Gebäude.

Der Gebäudeteil des zukünftigen Informationszentrums gewährt schon von aussen Einblick in die hohe, weitläufige Raumausdehnung. Im Südtrakt reihen sich die Beratungs-büros gleichförmig aneinander und lassen dadurch Freundlichkeit und Individualität vermissen.

In den oberen Stockwerken der Berufsbildung lassen die unterschiedlich breiten Korridordimensionen eigene Atmosphären entstehen. Die Pausen- und Mehrzweckräume unterscheiden sich durch unterschiedliche Tageslichtanteile und Raumgrenzen bezüglich der vorhandenen Fenster und bilden damit zwei gegensätzliche Aufenthaltsbereiche.






Schema Fabrkonzept

Schema Farbkonzept

Fabrkonzept1





Fabrkonzept2





Fabrkonzept3





Fabrkonzept4





Gestaltungsabsicht
Die Identität des Gebäudes erhält mit einem deutlichen, lebendigen Charakter eine neue Stärke, dessen Klarheit den Nutzern Übersichtlichkeit, Verlässlichkeit und Selbstbewusstsein zuspricht. Es entstehen eigenständige Raumstimmungen, die die Funktion der Räume erkennbar machen und dem Nutzer abwechslungsreiche, spezifische Anreize bieten. Diese Gesten dienen Leuten, die auf der Suche nach Veränderung oder einer neuen Bestimmung sind, als Kraftquelle und Unterstützung.

Das Gebäude setzt sich mit einem dunkleren Farbton etwas bestimmter von den umliegenden, cremeweissen Bauten ab, integriert sich aber dennoch in die zurückhaltende Gesamtfarbigkeit des Areals. Befindet man sich in der Gebäudeschlucht, signalisiert ein Farbakzent beim Haupteingang in der ansonsten einheitlich hellgrauen Fassade eine Öffnung nach innen. Damit wird eine erste Vertrauensbasis für den Besucher geschaffen. Diese vielversprechende Einladung wird auch nach dem schlichten Windfang in der Eingangshalle eingelöst. Die Figuren auf dem Wandbild scheinen sich mit neu erweckter Lebendigkeit zu bewegen. Vertraut wird man über die Haupttreppe zu den Treppenvorplätzen mitgenommen. Der Gang über die Treppe wird mit einem entspannenden Ausblick auf die angrenzende Waldzone belohnt und beim Hinterausgang auf künstliche Weise mit gelbgrüner Farbe interpretiert. Dunkelgraue Türzargen bilden Kontraste zur Wandfarbe und einen eigenen Rhythmus. Weisse Türblätter wirken wie offene Raumzugänge, umgekehrt heben sie sich auf ihrer Innenseite durch dunkle Farbe klar vom Raum ab.

Die Räume der BAB bekommen mit dem Eichenparkett eine warme, natürliche Grundstimmung. Im Informationszentrum der Berufsberatung wird die Konzentration ganz auf das Geschehen gelenkt. Unaufdringliche grünblaue Decken vermitteln Ruhe und lassen die Gedanken spielen. In den Schulungsräumen schaffen hellgelbe Wandflächen eine sonnige Atmosphäre. Bescheiden zeigen sich dem Besucher die Korridore der Beratungsbüros. Die Stehleuchten in diesen Räumen lassen das sanfte Hellgelb der Decken erstrahlen. Eine gediegene, freundliche Raumstimmung entsteht, die beinahe edel anmutet.

Die hellen Schul- und Lehrerzimmer nehmen die Farben der Umgebung auf und wirken grosszügig und sachlich zugunsten der Arbeitenden. Die Räume mit Fenstersicht zur westlichen Stützmauer werden optisch erweitert und die Dichte des Betons scheint sich aufzulösen. Die Sinne der Nutzer werden beim Betreten der Korridore durch ein energiegeladenes Klima aufgeweckt und erfahren hier Ablenkung zu ihren Arbeitsräumen. Gegen Süden entsteht eine Signalwirkung durch Tageslichteinfall, im Nordtrakt lebt die Stimmung von unterschiedlichen natürlichen und künstlichen Farbräumen. Die Pausen- und Mehrzweckräume vermitteln durch dunkelgraue Eingrenzung Rückhalt für einen Rückzug oder eine befreiende Abwechslung. Hier entsteht Atmosphäre durch den Aufenthalt der Leute und das kontrastierende Tageslicht. Im Dachgeschoss hingegen verlangen die Helligkeit und die beeindruckende, luftige Rundsicht auf die Stadt und die Umgebung, nach Halt.

Konzeptplan.pdf



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